Montag
Der Morgen begann wie alle Montage mit grosser Dunkelheit im Zimmer, es war noch früh. Margrite rollte sich aus dem Bett und schaute auf die Uhr.
Iphigenie kam und fragte..”gehst du gleich wieder und lässt mich schon wieder alleine?Ich habe ziemlich Hunger und übrigens, die Katzenmilch ,die du mir sonst immer kaufts ist alle…sie ist zuende….hörst du Margrite?”
Margrite schaute ungläubig, sie wollte am Morgen ihre Ruhe haben. George rasierte sich meist und rauchte diese ekligen unappetitlichen Zigaretten,
die dann mit ihrem Geruch durch sie Wohnung wanderten und Margrites Kleidung infizierte. Wie eklig es war. Wie eklig er war in diesem Geruch von kaltem Rauch.
Der Kaffe ronn in den Becher, sie räumte die Küche und Iphigenie bettelte …jaja ich komme ja schon,du bekommst dein Futter…ich bin so müde, wo ist Francois und wo ist Phillippe???”
Iphigenie schaute ungläubig……”Wer ist Francois? Ich kenne ihn nicht…”.dabei kuschelte sie sich an Iphigenie und flüsterte ihr ins Ohr….
“Phillippe hat einen Brief geschrieben…George hat ihn zerrissen und in den Main geworfen…..” dabei funkelten ihre Augen wie Bernsteinkügelchen und Margrite hielt sich für einen kleinen Moment, aber nur für einen kleinen Moment an der Kaffeetasse fest……
Er weiss….George weiss. Und er sagt nichts. Er spielt mein Spiel mit. Oh er ist an meinem Kaffetisch und liest Zeitung……wo ist Francois??
Sie war ratlos und setzte sich ängstlich zu George….”er schaute nur kurz auf und bemerkte….”schläfst du gar nicht mehr?Es gehen dir andere Männer im Kopf herum ,Margrite?”
Dabei grinste er überheblich und Margrite schluckte.
“Fällt dir dazu nichts ein…?” ,polterte George weiter und er kam näher, so dass sich Margrite ganz klein machte.
Oh Phillippe wieso kannst du nicht hier sein. Sie dachte an den Abend mit ihm als sie sich so unendlich küssten auf ihre Münder und als sie sich liebten als hätte es nie eine andere Liebe vorher gegeben…als gäbe es die Liebe nur bei ihnen, wenn es sie je gäbe..
“Ich weiss nicht, was du meinst,” murmelte Margrite….
“Haha, ich kenne dich, du bekommst von diesem Franzosen Briefe und du triffst dich mit ihm….schläfst du mit ihm, oder will er das nur?”
Margrite erzählte die Geschichte vom Poeten, den sie zufällig traf und der mit ihr Gedichte schrieb und mit dem sie die Welt ausschliesslich fiktional erfahren wolle. Der Poet der eine Familie hatte und der niemals aus Marseille weggehen würde und die Idee, allein die Idee von George sehr kühn sei…er der treue Ehemann und Familienmensch. wie konnte er auf diese IDEE nur kommen??
George schwieg……und ruminierte gedanklich, ja er schien ihr glauben zu wollen, denn die Harmonie in ihm und auch die Lust am Verdrängen,
das Bedürfnis bequem zu über-leben liessen ihn dann schliesslich andächtig blicken….”nun gut, meinte er, aber er soll dir nicht mehr solche Briefe schreiben…”
Margrite schwieg. Sie schwieg sehr lange an diesemVormittag.
Irgendwie wollte ihr heute kaum etwas gelingen.
Sie dachte an Phillippe und wie er sie schnöde im Stich gelassen hatte, seiner Frau wegen und an diesen vereinnahmenden, bequemen Mann,
der sich ihrer stets sicher war, denn er betrachtete sie als sein Eigentum.
Sie hatte überhaupt keine Ahnung ,wie es weitergehen sollte.
Was war mit Francois? Wo war er? Hatte sie ihn nicht getroffen am Kaulberg?
Oder waren es Lara und Jurij ,die sich immer trafen am Kaulberg, wenn die Sonne unterging zum Tee und zur schnellen Liebe, die so weh tat,
dass Lara schrie?
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Pingback von Bamberg - Blog - 14 Dec 2009 — 18. Januar 2010 @ 11:41