3. Dezember 2009
In Bamberg.Phillippe an Margrite
Es war hellgrau, blassblau, kuehler als gestern, nicht unsonnig, aber nicht klar. leichter Wind, nur hier oben, um die Fenster, pfiff er recht ordentlich.
Margrit sass einem neue Patienten gegenüber…..“Grüss Gott erstmal…….was kann ich für sie tun“…tausendmal gesagt, hundertmal nicht hingehört, betrachtete sie sich heute
sehr ausführlich…in welch Floskeln wir sprechen.Sie schüttelte leicht den Kopf. Das ist nicht einmal mehr Kommunikation…kann man überhaupt NICHT mehr kommunizieren…nein…man kommuniziert immer.
Wie er dasass…gutaussehend, blondes Haar, dunkle Augen, gross und die Hände verschränkt auf seiner Brust….mein Gott bin ich so furchterregend….und Margrite fuhr sich durchs Haar…..und lächelte…..
Er nahm sofort ihr Lächeln auf..und sagte „ meine Frau hat mich verlassen…ich kann ohne sie nicht leben, ich werde mit dem Verlust nicht fertig…ich war 10 Jahre verheiratet, wir haben einen Sohn…“ er weinte und die Hände fielen zu Boden… diese Hände….so schlank, so schlicht, so schön……Margrite konnte ihren Blick nicht von ihnen wenden……
„ich habe alles verloren…alles und nun will sie eine Menge Geld von mir…ich glaube mittlerweile, dass es nur das Geld war und die Versorgung, die sie von mir wollte…..jaja sie hat unsern Sohn sehr gut erzogen…aber sie hat auch nie gearbeitet, ich war immer für alles zuständig…..ich stehe jetzt als Bettler da…!“ erhob er die Stimme und schaute Margrite gierig an….
Sie lehnte sich ein wenig zurück…..“Wie soll ich dieses Wort verstehen…was wollen Sie mir wirklich damit sagen?“
Er schwieg……Margrite sah auf seine Schuhe. Sie liebte schöne Schuhe an Männern. Phillippe…oh Phillippe…hatte immer wunderbare Schuhe an und er trug auch die Sachen die er trug, so lässig…. Sie dachte an seine schönen Hände , an seine Küsse
die er ihr schenkte , sobald sie sich sahen , an seinen Zauber…..seine Magie, seine virtuose Liebe zum Wort und zum Detail …….
„hören Sie…..???“ fragend schaute der Mann auf dem Stuhl sie an……sie erwachte au einem Tagtraum….“ja ich höre????“………“sie versucht mich zu demütigen, nur weil ich sie einmal betrogen hatte mit einem jungen Mädchen….einer Schülerin…..sie haben doch Schweigepflicht????“
„ja natürlich…sind Sie Lehrer?“
„ja , Biologie und Chemielehrer hier am E.T.A Hoffmann-Gymnasium….“ Er stellte den Kopf wie ein Pfau und er verlor den Schauder, den er vorher mit sich trug. Er wurde profan, so profan…..so eitel…….nein nicht werten, nur beobachten….
„Was ist mit dem Mädchen?“
„Wir treffen uns heimlich…wissen Sie…sie macht heuer Abitur..und das ging alles von ihr aus…ich kann da nichts dafür….und dann verlässt mich meine Frau……und ich muss ihr mein halbes Oberstudienratgehalt zahlen……..können Sie mir da nicht helfen?“
„ich bin kein Anwalt….ich bin Therapeut..ich kann Ihnen helfen ,wenn Sie Probleme
Haben, depressiv sind, wegen des Verlustes, aber ich kann Ihnen sicherlich nicht helfen ,wenn es um die finanziellen Dinge geht…“ Margrite schaute ihm direkt in die Augen, verlegen blickte er zu Boden…..
Warum bin ich nicht bei Phillippe…er hatte ihr Gedicht gelesen und er hatte ihr einen Brief zurück geschrieben …ein Gedicht, das mundig roch und das sie unter ihrem Laptop verbarg.
Sie starrte ständig darauf und das Schweigen im Raum störte nicht….sie las die Worte von Phillippe immer und immer wieder…
Liebe Margrite, ich rieche alles noch, im Cafe wenn du mich ansahst und dein Laecheln mich besiegte jedes Mal, hielt ich es nicht mehr aus, denn ich hatte das Verlangen dich zu streicheln und zu kuessen wie es dort nicht moeglich ist..manchmal reite ich dein moerderisches Tempo mit , wenn du dich selbst ueberrundest und ja es stimmt etwas.. du rennst weg vor der Stille des Gluecks..die Seligkeit bedarf keines Worts oft.. das bist du nicht gewoehnt, das irritiert dich fast ein bisschen.. du ueberschlaegst dich .. die Geschichten und Melodien deines Schicksals stuerzen herauf, als schuettelten sie dich wie die Bäume der Sturm
dann wieder wirfst du den Kreischmantel ab und die Stimme wird klar und distinkt..ich erlebe dich oft nur rennend..
die Tempi deiner Welt durchbrausend, als wolltest du allem entfliehn..
Du bist mein Alles ,mein Licht…dennoch muss ich gehn…es tut mir genauso weh….wir sehen uns bald….Phillippe
Blumengrüße
Wie grün ist der Mai
wie weiß man das
wie grün ist mir
wie blau der September
wie blau ist dir
wie heißt du nur
wie riecht ein Jahr
wie schwarz sind wir
wie schwarz der November
wie rot irgendwas
wie heiß ich bei Nacht
Oh Phillippe….wieso ist alles so schwierig? Sie hörte auf an seine Frau zu denken, sie hörte nur noch ,wie der Oberstudienrat einen Monolog hielt über das ,was er alles für seine Frau getan habe und sie dachte an Phillippe, an den Neuschnee und an sein Gesicht, wie sie es hielt.
Ihre Uhr war stehengeblieben.
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