angelikademel

31. Dezember 2009

Margrite

Abgelegt unter: Eine Liebe in Bamberg, Margrite und Phillippe — angelikademel @ 18:39

Silvester in Bamberg

 

Es wurde allmählich dunkel. Margrite schaute den Bäumen zu, wie sie sich verneigten in ihrem Garten. Wie ehrenvoll sie schwiegen an diesem Tag, als die Böllerschüsse der Kinder von nebenan weniger laut waren als die Jahre zuvor.

Phillippe war weggefahren mit Isabelle, sie wusste es, es störte sie nicht.

Ein wenig fröstelte sie bei dem Gedanken, er könne mit ihr diese Gespräche führen wie sie mit ihm. Nein, es störte sie nicht wirklich, sie versank in einen Ruhezustand, der paralysierte.

Sie wollten an diesem Abend weggehen, sie, George und Johannes. Sie freute sich auf die Menschen in der Sandstrasse, wenn sie ins Pizzini laufen würden. Nein, sie hatte keinen Hunger, aber sie würde auch mal versuchen,den Wein zu trinken den Phillippe immer trank und dann dahinsinken in dieser letzten Sekunde des alten Jahres.

Die Dächer der Nachbarhäuser schimmerten ein wenig silbrig in der Nässe die sie besuchte. Sie hatte den Wind um die Häuser geschickt und er klopfte an Margrites Scheibe. Reinlassen würde sie ihn gerne - frischen Wind konnte sie nutzen für ihre Gedanken und die Gedichte ,die sie an diesem Tag schrieb.

Langsam zog sie sich an. Nahm ihre eleganten Strümpfe aus der Kommode und streifte sie über die Schenkel. Ein rotes Kleid hatte sie sich ausgedacht für diesen Abend und die Lieblingsschuhe, die sie elegant konturierten.

Es werden wieder viel zu viele Menschen dasein. Die Leute vom Theater, die immer so superschlau daherschwätzten und die ihre mangelnde materielle Sicherheit durch ihr stets monotones Geschwätz über ein wahres Leben neutralisieren wollten. Ob sie es ertrug an diesem Abend, diesen Intendanten mit seiner Schulklasse zu sehen, das wusste sie noch nicht.

Er würde dann wohl wieder im Mittelpunkt des Raumes sitzen und  dummen Reden schwingen, die kleinen Buben und Mädchen um sich geschart.Sie hasste diese Theatralik auf der Provinzbühne  Aber George wollte gerne teilnehmen am gesellschaftlichen Leben dieser Domstadt.

Johannes war anders. Er wäre auch daheimgeblieben und hätte seinen Abend schlafend verbracht. Wie gutmütig er war. Er arbeitete als Arzt wie sie und lebte nur für seine Arbeit. Das einzige was er sich zugestand ,war seine Freundschaft zu ihr.Sie verehrte ihn, sie liebte ihn. Ja es war eine sehr eigene Form der Liebe, auch wenn manche Freundschaft dazu sagen würden.

 

Phillippe war eifersüchtig auf  Johannes. Auf die Jahre, die er ihm voraus hatte und auf die Dinge, die sie mit ihm erlebte. Er befürchtete immer, wenn sie ihren besten Freund traf, dass er sie lieben könnte auf eine ganz besondere sanfte Weise. Das ahnte Phillippe, dass es etwas gab, was er nicht wusste und nicht kannte : autistisch und stumm. Still und bescheiden und doch bestimmend. Margrite liebte diese Art an Johannes. Sie mochte seine Hände , seine Worte und seinen Geist. Ohne ihn hätte sie die rauhe nordische Art von George niemals ertragen im letzten Jahrzehnt.

Dass sie genau mit den Männern das Jahr beschliessen sollte, mit denen sie gedanklich lange vor Phillippe abgeschlossen hatte, da sie sie berechnen konnte, die sie auch langweilten, machte ihr Sorgen.

Johannes konnte so unlangweilig sein. Er mochte George und kümmerte sich um ihn. Wie er litt die letzten Monate, als er merkte dass Margrite immer öfter abends nicht da war. Johannes fand die bodenständige Art von George stets bewundernswert, sie erinnerte ihn wohl an seinen Vater.Musste sie ständig Rücksichten nehmen auf die Neurosen der andern?

Und Phillippe? Sie hatte gestern einen wunderbaren Abend mit ihm verbracht. Er war noch in der Nacht nach Marseille gefahren, wieder mit fremdem Namen. Sie wusste nicht ,wie er wirklich hiess. Er konnte auch Francois heissen. Phillippe hatte sich stets angewöhnt, seine Namen zu wechseln, als sei er auf der Flucht vor dem Leben.Auf der Flucht vor sich und seiner Identität. Aber vielleicht wollte er auch viele Rollen spielen, so auch eine Rolle bei ihr.

Welche Rolle mag er sich wohl zugedacht haben? Die des leidenschaftlichen Liebhabers? Die des Phantoms der Oper, oder die des Operettensängers?Sie lachte still

Alle Rollen wären stimmig, nur sie, Margrite wusste nicht, wo sie hingehörte. Sie schaute in die Dunkelheit der Stadt und erkannte kleine Feuerwerke unten am Main. Sie mochte es sogar wenn die Menschen sich zeigten, wenn sie zeigten dass sie lebten.

Was würde im neuen Jahr auf sie zukommen? Nur viel Arbeit ? Nein,  sie würde versuchen ,Ordnung in ihr Leben zu bekommen. Vielleicht sollte sie heute abend beginnen mit Johannes ausführlich zu sprechen.Sie waren sich kindlich so nah und nur er würde sie ergründen.

Die Bäume im Garten nickten dazu und eine Krähe flog davon. Der Nebel hatte Einzug gehalten in die Kapuzinerstrasse. Nasskalt das Wetter. Sie liebte es ungemütlich. Wenn der Regen und der Nebel die Sonne vertrieben und mit den Wolken Fangen spielten.

Es war mittlerweile 18.00, sie streifte ihr knallrotes Kleid über die Hüften und betrachtete sich im Spiegel. War sie so “autoerotisch”, wie Phillippe sie nannte? Sie wusste es nicht. An diesem Tag schien es unwichtig, denn er war so weit weg, so fern von ihr. Es war als habe es den gestrigen Tag nie gegeben.

18. Dezember 2009

Phillippe

Abgelegt unter: Eine Liebe in Bamberg, Margrite und Phillippe — angelikademel @ 10:21

Marseille

 

 

 

Phillippe sass seit Tagen vor leeren Blättern. Er zerriss sie, er beschimpfte sie, er konnte nicht mehr schreiben. Er wusste, dass er Margrite brauchte, dennoch  konnte  er seine Familie nicht im Stich lassen.

Er erkannte aber auch, dass sich die Stimmung in der Familie sowohl mit als auch ohne ihn  nicht unterschied .Es würde ihnen auch ohne ihn nicht besser und nicht schlechter gehen. Nur er knechtete sich täglich in diese bürgerliche Welt der Verantwortung und der Äusserlichkeiten, die er sonst  verschmähte.

Letztendlich war er der grösste Bourgoise von allen und schob die Verantwortung für den erwachsenen Sohn vor und die Verantwortung für Isabelle, seine Frau. Er wusste es. Gerne würde er zwei Hochzeiten tanzen, aber ihm war klar ,dass er Margrite brauchte und sie nicht verlieren wollte.

Sie war die erste Frau ,die konsequent war in dem was sie wollte, die erste, die ihn ,so wie er war annahm, ohne dauernd materielles zu fordern . Sie lebte  in der Welt wahrhaftig und sie erkannte seine Kluft, die sich öffnete, wenn er über Verantwortlichkeit sprach und die Robe ,die er noch weiter hinter sich herzog.

Warum konnte er nicht mehr schreiben?

Warum sprach er immer weniger mit Isabelle? Sie war ihm fremd geworden , und nichts erinnerte mehr an ihre einstige Liebe..Ob es Liebe war? Nein ,er hatte sie aus einer Verlegenheit heraus genommen, beliebt, bewohnt und beankert.. als er endlich gesettet leben wollte und eben wegen des Kindes, ja wegen des Kindes. Es war ihm so unendlich wichtig.

Margrite war ähnlich ,aber völlig anders, das wusste er. Sie konnte emotional sein, aber genauso zerstörerisch , wenn sie nicht mehr wollte. Er konnte diese Zerstörung in ihr nicht richtig einschätzen, sie machte ihm auch Sorgen.

Er nannte es Sorgen.

 

Er wusste auch nicht genau, was dieses zauberhafte Wesen von ihm WIRKLICH wollte , wie sehr sie ihn WIRKLICH liebte. Nein, er wusste es nicht, aber er ahnte es. Er hatte schon einmal davon gelesen ,dass es eine solche Liebe geben könnte.

Aber er? Sollte er wirklich diese Robe haben? Er zweifelte, ja er zweifelte. Manchmal bejahte er. Wenn er Isabelle  ansah, dann sah er seine ganze Verzweiflung, ein gelebtes Leben und er dachte..sie wird es ohne mich schaffen..aber wenn nicht?

Phillippe schnaufte tief. Isabelle kam ins Zimmer und jammerte schon wieder , wie schlecht es ihr ginge und was sie schon wieder von ihm bräuchte und dass er nie da sei und nie Geld habe und überhaupt…er konnte die Leier nicht mehr ertragen…dennoch hatte sie Recht, aber auch komplett unrecht..

Er schrieb ein kleines Gedicht, schob es verschämt unter seine Mappe, denn Isabelle schaute ihm über die Schulter…fragend und zweifelnd.

Sie ahnte, ja sie ahnte. Wusste sie gar?Vielleicht wäre ihm das gar nicht unrecht, denn es zehrte an seiner Substanz. Bequem zu leben war einfacher, aber auch langweiliger..oh Margrite….dachte er..wie ich dich vermisse…und er schrieb das Gedicht zuende…..las es leise dem Wind und der Morgensonne entgegen: 

SEHNSUCHT

 

Wir gehören zusammen,

verschieben das Beet.

 

Die Liebe ist unser,

wo die Erde untergeht

 

Nebeneinander gelegen

den Erdspalt geleckt.

 

Den Duft geküsst,

die  Hand der Kleinen.

 

Mein Ozean schwimmt

zur Sehnsucht .

 

 

 

  

14. Dezember 2009

Margrite in Bamberg

Abgelegt unter: Eine Liebe in Bamberg, Margrite und Phillippe — angelikademel @ 20:18

Montag

 

Der Morgen begann wie alle Montage mit grosser Dunkelheit im Zimmer, es war noch früh. Margrite rollte sich aus dem Bett und schaute auf die Uhr.

Iphigenie kam und fragte..”gehst du gleich wieder und lässt mich schon wieder alleine?Ich habe ziemlich Hunger und übrigens, die Katzenmilch ,die du mir sonst immer kaufts ist alle…sie ist zuende….hörst du Margrite?”

 

Margrite schaute ungläubig, sie wollte am Morgen ihre Ruhe haben. George rasierte sich meist und rauchte diese ekligen unappetitlichen Zigaretten,

die dann mit ihrem Geruch durch sie Wohnung wanderten und Margrites Kleidung infizierte. Wie eklig es war. Wie eklig er war in diesem Geruch von kaltem Rauch.

Der Kaffe ronn in den Becher, sie räumte die Küche und Iphigenie bettelte …jaja ich komme ja schon,du bekommst dein Futter…ich bin so müde, wo ist Francois und wo ist Phillippe???”

Iphigenie schaute ungläubig……”Wer ist Francois? Ich kenne ihn nicht…”.dabei kuschelte sie sich an Iphigenie und flüsterte ihr ins Ohr….

“Phillippe hat einen Brief geschrieben…George  hat ihn zerrissen und in den Main geworfen…..”  dabei funkelten ihre Augen wie Bernsteinkügelchen und Margrite hielt sich für einen kleinen Moment, aber nur für einen kleinen Moment an der Kaffeetasse fest……

Er weiss….George weiss. Und er sagt nichts. Er spielt mein Spiel mit. Oh er ist  an meinem Kaffetisch und liest Zeitung……wo ist Francois??

Sie war ratlos und setzte sich ängstlich zu George….”er schaute nur kurz auf und bemerkte….”schläfst du gar nicht mehr?Es gehen dir andere Männer im Kopf herum ,Margrite?”

Dabei grinste er überheblich und Margrite schluckte.

“Fällt dir dazu nichts ein…?”  ,polterte George weiter und er kam näher, so dass sich Margrite ganz klein machte.

Oh Phillippe wieso kannst du nicht hier sein. Sie dachte an den Abend mit ihm als sie sich so unendlich küssten auf ihre Münder und als sie sich liebten als hätte es nie eine andere Liebe vorher gegeben…als gäbe es die Liebe nur bei ihnen, wenn es sie je gäbe..

“Ich weiss nicht, was du meinst,” murmelte Margrite….

“Haha, ich kenne dich, du bekommst von diesem Franzosen Briefe und du triffst dich mit ihm….schläfst du mit ihm, oder will er das nur?”

Margrite erzählte die Geschichte vom Poeten, den sie zufällig traf und der mit ihr Gedichte schrieb und mit dem sie die Welt ausschliesslich fiktional erfahren wolle. Der Poet der eine Familie hatte und der niemals aus Marseille weggehen würde und die Idee, allein die Idee von George sehr kühn sei…er der treue Ehemann und Familienmensch. wie konnte er auf diese IDEE nur kommen??

George schwieg……und ruminierte gedanklich, ja er schien ihr glauben zu wollen, denn die Harmonie in ihm und auch die Lust am Verdrängen,

das Bedürfnis bequem zu über-leben liessen ihn dann schliesslich andächtig blicken….”nun gut, meinte er, aber er soll dir nicht mehr solche Briefe schreiben…”

 

Margrite schwieg. Sie schwieg sehr lange an diesemVormittag.

Irgendwie wollte ihr heute kaum etwas gelingen.

Sie dachte an Phillippe und wie er sie schnöde im Stich gelassen hatte, seiner Frau wegen und an diesen vereinnahmenden, bequemen Mann,

der sich ihrer stets sicher war, denn er betrachtete sie als sein Eigentum.

Sie hatte überhaupt keine Ahnung ,wie es weitergehen sollte.

Was war mit Francois? Wo war er? Hatte sie ihn nicht getroffen am Kaulberg?

Oder waren es Lara und Jurij ,die sich immer trafen am Kaulberg, wenn die Sonne unterging zum Tee und zur schnellen Liebe, die so weh tat,

dass Lara schrie?

13. Dezember 2009

Sonntagmorgen

Abgelegt unter: Eine Liebe in Bamberg, Margrite und Phillippe — angelikademel @ 09:58

Geschlagen und verloren 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sehnsucht

 

 

Sehnen.

Durstig

jede Stunde,

Sekunde

nach unserm

Liebestrank.

 

Flösst mir

Zauber ein,

ich schlucke

schau hoch..

Blickst mich an

innig verwebt.

 

Satt gehen.

Nie sein.

Weine im Auto

Rotweintränen.

Sie machen betrunken

zerstören das Fest.

 

 

Margrite und Phillippe

Abgelegt unter: Eine Liebe in Bamberg, Margrite und Phillippe — angelikademel @ 09:52

Cut

Margrite wachte am nächsten Morgen auf und merkte ,dass sie geträumt hatte, wild und verwegen.

Francois war nicht hier gewesen…war er jemals hier…..sie torkelte durch ihre Wohnung, George war schon wach….”warum stehst du  auf…?”

leicht vorwurfsvoll wie immer…..

Konnte sie ihn fragen? Nein, sie wagte es nicht. George neigte dazu ,alles zu übertreiben und es mit der Wahrheit nicht so genau zu nehmen. Zudem war er unglaublich eifersüchtig……

Iphigenie umschmeichelte ihre Beine….hast du heute Zeit? Hab neue Mäuse zum Spielen bekommen von ….George……

Wie sie es betonte……als ob sie mich kränken wollte…nein …nein Iphigenie, brauchst nicht traurig sein, ich denke an dich, auch wenn ich nicht bei dir bin.

Sie nahm sie in den Arm und küsste sie auf den weichen Kopf…Iphigenie schnurrte satt…..

“Hmmmmm, George…war da jemand da…neulich…und hat mich gesucht…weisst du, ein Kollege…der mit mir arbeiten will…? ich warte schon lange auf ihn…?

George sah ihr lange ins Gesicht, als verstünde er nicht…..er verstand es wirklich nicht…..

Nein, Jurij war nicht dagewesen und Lara hatte keinen Tee gekocht…hallte es in ihrem Ohr.

Sie nahm Iphigenie und legte sich nochmal ins Bett ,um weiterzuträumen.

 

 

 

CUT

10. Dezember 2009

Margrite und Francois/Phillippe

Abgelegt unter: Eine Liebe in Bamberg, Margrite und Phillippe — angelikademel @ 14:23

In der Stadt

Francois war nach Nürnberg geflogen und von dort mit dem Zug  Bamberg entgegen. Er breitete geradezu seine Arme aus, Bamberg zu kosen….und vielleicht auch Margrite.. Endlich…Er stand am alten ehrwürdigen Bahnhof und reckte sich, es war 10.00 morgens.

Die Menschen waren viel ruhiger im Schritt, viel langsamer in der Gangart als in Marseille. Er beobachtete junge Mädchen ,wie sie viel zu jung rauchten ,oder viel zu früh küssten vor dem Bahnhof, an die Wand geklatscht tauschten sie ihre Zungen mit erwachsenen Männern aus.

Francois grinste ein wenig, er dachte an seinen ersten Kuss den er mit 11 Jahren seiner Kinderliebe gab, und wie sie seine Zunge ansaugte und er Angst bekam, dass sie ihm die Zunge rausriss. Lange ,ganz lange hatte er nicht mehr geküsst und auch heute küsste er eher selten. Aber wenn er küsste, aus Liebe.Ja Liebe….

Er dachte an Margrites Lippen , an dieses Rot ,das ihn herausforderte und an diese Feuchte auf den Lippen, oder war es nur das Bild das er sich von ihr machte, er schwitzte und schämte sich wegen der Gedanken.

Er war doch gekommen ihr zu helfen, bei ihrem Nähe-Distanz-Konflikt, den sie wohl hatte wie Phillippe erzählte.

Sie konnte nur mit Menschen zusammensein die sie auf Distanz hielt, so wie ihren Mann George und wie ihre Katze Iphigenie. Phillippe misstraute sie immer, wenn er weg war. Sie vermutete andere Frauen bei ihm…als er so grübelte, kamen ihm Bilder von Phillippe, wie er ihn mit Bernadette im Bistro gesehen hatte, und wie sie immer nach seiner Hand griff, gierig und er verlegen weg schaute.

Wo war sie, Margrite…er lief am Schönleinsplatz vorbei, die Lange Strasse runter in die Kapuzinerstrasse. Ahhh, da wohnte sie…er läutete.

Es vergingen Zehntel von Sekunden und er stellte sich Margrite vor, mit langem Haar wie eine Elfe wie ein Kind, wie sie erscheinen könnte vor der Tür..

Ein Mann machte auf….”Wer sind sie??” Francois schaute ein wenig verdattert…”wohnt hier nicht Margrite?”

“Woher kennen Sie meine Frau? Was wollen Sie von ihr?”

herrisch sein Tonfall ,er baute sich auf wie ein Haus im Türspalt des Hauses.

Aha, dachte Francois..er vereinnahmt sie, sie will flüchten und es gelingt nicht weil er sie beschützt?

“Ich bin Kollege, ich bin Anlytiker, ich wollte bei Ihrer Frau die Lehranalyse machen. Ich bin gerade in Bamberg….”

“Und da kommen sie extra aus Frankreich…Sie sind doch Franzose, oder???”

Ohhh .Francois schwitzte wieder, so ein Schrank ,so ein Mann, der gab nie auf, was konnte er noch ausspielen dass dieser Mann ihn reinließ?”

“Sie ist in ihrer Praxis..sie können Sie dort ja anrufen.,….”…eine KÄtzin raste zur Haustür, Francois bückte sich…aber George kam ihm zuvor..”nein,nein, du bleibst da. meine Kleine…” Sagte er liebevoll zu Iphigenie….Francois war erstaunt über den wechsel der Tonarten seiner Stimme.

Ahaahaja, er konnte auch sehr sanft sein und sehr liebevoll. Oh das wird sicher spannend. Und die Tür war zu.

Die Tür war einfach zu und er stand im Regen Bambergs, zog sich den Mantel über die Ohren und rief in Margrites Praxis an…..Anrufbeantworter…diese Stimme….er musste sie sehen….

“Wie komme ich zum Kaulberg?”….”Do gehns bis zur Obern Brücke und dann laafens einfach weider, dann sinds bald dod.Dann frongs nummol.

Won Sie schomal hier?”

fragte ihne eine ältere Bambergerin…

“Ja früher…mit einem Freund…”. Er hatte manchmal Phillippe besucht in der Jugendzeit, denn Philllippe liebte diese Stadt und verbrachte viele Monate im Jahr hier, weil er hier so gut schreiben konnte.

Francois lief am Kranen vorbei, die Sandstrasse entlang und hoch zum Kaulberg…..er fragte , er fragte und man sagte,  man sagte…und er fand.

Er  läutete…und läutete, er fror…seine Hände waren kalt.

Es öffnete ihm eine Frau, nein, ein Wesen, ein Kind …ein Schauder überfiel ihn…das war sie…diese Fruchtbarkeitsgöttin aus Fleisch und Blut sollte ein Näheproblem haben? Oder meinte nur Phillippe, dass sie eines hatte, damit er Argumente hatte, fern zu bleiben?

Er hielt ihre Hand, sie bat ihn nach oben.

Lara hatte Tee gekocht und sie stellte Jurij heissen Holundertee hin und Weihnachtsplätzchen. Jurij setzte sich und schaute Lara tief ins Gesicht und

er streichelte ihre Wange…..

“Du bist also Margrite….?”

Es war still im Raum.Leise tanzten die Gedanken an der Decke und sangen sich ein Lied…

Margrite sah Francois, doch  fühlte Phillippe´s Hand…

Die Michaelskirche läutete zu Mittag.

6. Dezember 2009

Phillippe und Francois in Marseille

Abgelegt unter: Eine Liebe in Bamberg, Margrite und Phillippe — angelikademel @ 23:44

Phillippe in Marseille

Er lebte bei seiner Familie, aber er lebte nicht wirklich. Er war getrieben von seiner Sehnsucht nach Margrite…”Ich bin ihr verfallen” erzählte er einem Freund. “Sie macht mir immer soviel Angst, dass sie mich verlassen wird und wenn wir uns sehen dann sind wir EINS. Ich möchte mit ihr leben und mit ihr einkleines Haus haben, ich schreibe und sie dichtet…” by god wenn du sehen könntest, wie schön sie dichtet seit wir uns kennen..” Francois sein Freund nickte und er las das Gedicht ,dass ihm Margrite in diesen zwei Wochen der Trennung eben durchgetwittert hatte. Sie twitterte sehr gerne, so knapp und unschmerzlich. Phillippe passte es nicht , da sie jede Menge Leute kennenlernte, die alle an ihr saugten ,sie wollten sie benutzten.

” Sie ist MEIN ,Francois, verstehst du?”

Francois schaute auf das Gedicht

Gelübde

 

 

Aufmerksam

Worte gesprochen,

auf die Lichter

geschaut,

beide,

im Turm

über der Stadt.

 

Schmatzend

dem Spatz

beim Hetzen

um den Block

zugesehn.

Die Hand

berührt.

 

Am Kuss

im Aufzug

gehangen,

flämische Spitze

am Handgelenk

der Braut

berührt.

 

 

Verfangen

im Meer

der Gelübde.

Nottaste drücken,

Versprechen

beteuern,

unaufmerksam

gestolpert.

 

“Aber sie distanziert sich immer wieder, auch im Gedicht.

 ”Sie kann keine Nähe haben?”

fragte Francois, “aus Angst zurückgewiesen zu werden?”

Phillippe nickte…jaja Francoise der männliche, schöne Analytiker ,traf es auf den Punkt . Sie sollte zu ihm gehen und ihre Ängste verlieren..jaja, sie brauchte Francois murmelte Phillippe.

“Ich zahle dir ne Menge wenn du ihr die Ängste vor Nähe nimmst…”

“Kann es nicht auch sein, dass sie sich dir nie ganz hingeben wird, solange du dauernd von deiner Frau erzählst , deiner  GUTFRAU? Welche Frau erträgt das? Sie wird zurückgehen zu George,der sie liebt und für sie in den Main springen würde..
Du bist ein Egozentriker und du willst sie nur, wenn du sie willst…..”

Francois tarnk den Cafe aus im Bistro ,wo sie waren …und ging…sehr hastig..er ärgerte sich ein wenig über Phillippe. Er würde sie gerne kennenlernen diese schöne Frau, diese Fruchtbarkeitsgöttin mit dem grossen Geist und der unendlichen Zärtlichkeit.Phillippe hatte sie so gar nicht verdient, er nahm es zu selbstverständlich, wollte sie haben und gleichzeitig auch seine Familie . Sie schien hier bedingungsloser . Mein Gott wie sehr musste sie leiden….wie sehr musste sie lieben….

Es regnete in Marseille, Francois lief die Rue du Pavillon hastig entlang zu seiner Wohnung in die Rue d`Aubagne. Er heizte ein legte sich aufs Bett, starte an die Decke und träumte, dachte an diese Frau mit dem weichen Mund, ach dies Lippen…..und Phillippe der Idiot merkte es nicht. Er benutzt sie wie eine Hure und spielt ein doppelbödiges Spiel….

Das Telefon läutete, Phillippe war es: “kannst du nach Bamberg fliegen, ich zahle dir alles….beruhige sie ,sag ihr dass ich sie liebe, das hört sie so gerne , mein Miezekätzchen: hilf ihr dass sie mich bedingungslos liebt ,ich brauche sie, mein Leben ist festgefahren……ich habe Angst dass sie mich betrügt.

Ich weiss ,sie trifft ab und zu einen alten Freund…bitte unterbinde es..bitte….” er weinte am Telefon er flehte mit allen sprachlichen Tricks die er hatte, die aber Framcois durchschaute…aber ihm immer liess….

Francois war mit den Gedanken bei diesem Gesicht….ihrem zauberhaften Leib…und es drängten sich Fragen auf…

“Wie sie das Gesicht wohl wäscht?”

“Wie sie den Zucker in den Tee legt?”

“Wie sie Iphigenie streichelt?”

“Ob sie sich selbst streichelt?”

Francois wurde schwindlig…er musste sie sehen. Er musste…..

Er buchte sofort einen Flug  und sagte seinen Patienten für eine Woche ab.

“Bin krank…ja bin krank…”

Besessen war er von dem Gedanken diese Frau zu sehn…..

 

 

 

3. Dezember 2009

Margrite

Abgelegt unter: Eine Liebe in Bamberg, Margrite und Phillippe — angelikademel @ 14:46

 

In Bamberg.Phillippe an Margrite

 

 

 

Es war hellgrau, blassblau, kuehler als gestern, nicht unsonnig, aber nicht klar. leichter Wind, nur hier oben, um die Fenster, pfiff er recht ordentlich.

 

Margrit sass einem neue Patienten gegenüber…..“Grüss Gott erstmal…….was kann ich für sie tun“…tausendmal gesagt, hundertmal nicht hingehört, betrachtete sie sich heute

sehr ausführlich…in welch Floskeln wir sprechen.Sie schüttelte leicht den Kopf. Das ist nicht einmal mehr Kommunikation…kann man überhaupt NICHT mehr kommunizieren…nein…man kommuniziert immer.

Wie er dasass…gutaussehend, blondes Haar, dunkle Augen, gross und die Hände verschränkt auf seiner Brust….mein Gott bin ich so furchterregend….und Margrite fuhr sich durchs Haar…..und lächelte…..

 

Er nahm sofort ihr Lächeln auf..und sagte „ meine Frau hat mich verlassen…ich kann ohne sie nicht leben, ich werde mit dem Verlust nicht fertig…ich war 10 Jahre verheiratet, wir haben einen Sohn…“ er weinte und die Hände fielen zu Boden… diese Hände….so schlank, so schlicht, so schön……Margrite konnte ihren Blick nicht von ihnen wenden……

 

„ich habe alles verloren…alles und nun will sie eine Menge Geld von mir…ich glaube mittlerweile, dass es nur das Geld war und die Versorgung, die sie von mir wollte…..jaja sie hat unsern Sohn sehr gut erzogen…aber sie hat auch nie gearbeitet, ich war immer für alles zuständig…..ich stehe jetzt als Bettler da…!“ erhob er die Stimme und schaute Margrite gierig an….

 

Sie lehnte sich ein wenig zurück…..“Wie soll ich dieses Wort verstehen…was wollen Sie mir wirklich damit sagen?“

 

Er schwieg……Margrite sah auf seine Schuhe. Sie liebte schöne Schuhe an Männern. Phillippe…oh Phillippe…hatte immer wunderbare Schuhe an und er trug auch die Sachen die er trug, so lässig…. Sie dachte an seine schönen Hände , an seine Küsse

         die er ihr schenkte  , sobald sie sich sahen , an seinen Zauber…..seine Magie, seine               virtuose Liebe  zum Wort und zum Detail …….

 

„hören Sie…..???“ fragend schaute der Mann auf dem Stuhl sie an……sie erwachte au einem Tagtraum….“ja ich höre????“………“sie versucht mich zu demütigen, nur weil ich sie einmal betrogen hatte mit einem jungen Mädchen….einer Schülerin…..sie haben doch Schweigepflicht????“

 

„ja natürlich…sind Sie Lehrer?“

 

„ja , Biologie und Chemielehrer hier am E.T.A Hoffmann-Gymnasium….“ Er stellte den Kopf wie ein Pfau und er verlor den Schauder, den er vorher mit sich trug. Er wurde profan, so profan…..so eitel…….nein nicht werten, nur beobachten….

 

„Was ist mit dem Mädchen?“

 

„Wir treffen uns heimlich…wissen Sie…sie macht heuer Abitur..und das ging alles von ihr aus…ich kann da nichts dafür….und dann verlässt mich meine Frau……und ich muss ihr mein halbes Oberstudienratgehalt zahlen……..können Sie mir da nicht helfen?“

 

„ich bin kein Anwalt….ich bin Therapeut..ich kann Ihnen helfen ,wenn Sie Probleme

Haben, depressiv sind, wegen des Verlustes, aber ich kann Ihnen sicherlich nicht helfen ,wenn es um die finanziellen Dinge geht…“ Margrite schaute ihm direkt in die Augen, verlegen blickte er zu Boden…..

 

Warum bin ich nicht bei Phillippe…er hatte ihr Gedicht gelesen und er hatte ihr einen Brief zurück geschrieben …ein Gedicht, das mundig roch und das sie unter ihrem Laptop verbarg.

Sie starrte ständig darauf und das Schweigen im Raum störte nicht….sie las die Worte von Phillippe immer und immer wieder…

 

 

 

 

Liebe Margrite, ich rieche  alles noch, im Cafe wenn du mich ansahst und dein Laecheln mich besiegte jedes Mal, hielt ich es nicht mehr aus, denn ich hatte das Verlangen dich zu streicheln und zu kuessen wie es dort nicht moeglich ist..manchmal reite ich dein moerderisches Tempo mit , wenn du dich selbst ueberrundest und ja es stimmt etwas.. du rennst weg vor der Stille des Gluecks..die Seligkeit bedarf keines Worts oft.. das bist du nicht gewoehnt, das irritiert dich fast ein bisschen.. du ueberschlaegst dich .. die Geschichten und Melodien deines Schicksals stuerzen herauf, als schuettelten sie dich wie die Bäume der Sturm

dann wieder wirfst du den Kreischmantel ab und die Stimme wird klar und distinkt..ich erlebe dich oft nur rennend..

die Tempi deiner Welt durchbrausend, als wolltest du allem entfliehn..

Du bist mein Alles ,mein Licht…dennoch muss ich gehn…es tut mir genauso weh….wir sehen uns bald….Phillippe

Blumengrüße

Wie grün ist der Mai
wie weiß man das
wie grün ist mir
wie blau der September
wie blau ist dir
wie heißt du nur
wie riecht ein Jahr
wie schwarz sind wir
wie schwarz der November
wie rot irgendwas
wie heiß ich bei Nacht

 

 

Oh Phillippe….wieso ist alles so schwierig? Sie hörte auf an seine Frau zu denken, sie hörte  nur noch ,wie der Oberstudienrat einen Monolog hielt über das ,was er alles für seine Frau getan habe und sie dachte an Phillippe, an den Neuschnee und an sein Gesicht, wie sie es hielt.

Ihre Uhr war stehengeblieben.

1. Dezember 2009

Margrite an Phillippe

Abgelegt unter: Eine Liebe in Bamberg, Margrite und Phillippe — angelikademel @ 11:30
Liebesgedicht

 

 
 

Es regnete, Margrite rannte hoch zum Dom.  Ausser Atem schleppte sie sich zum Rosengarten . Verschlossen der Garten ihrer Liebe. Winterpracht strömte ihr entgegen. Sie roch die Liebe dieses Sommers….Oh Phillippe

Ein Briefchen an die Tür geheftet. Das alte Versteck .

Sie wusste Phillippe würde kommen, es suchen ,es lesen…… alles würde gut.Würde gut…sie hoffte…sie bebte….ja sie betete, wärend sie zum Dom hinüberstarrte.

.

.

.

Liebe

 

Rosengarten

mit dir gegangen

 

Worte in

Pullover gestrickt

 

Mit Lachs

die Kleine füttern

 

Blumen gepflückt

danebengelegt.

 

Deine Hände

in meinem Gesicht.

 

Ewigkeit

auf  warmer Haut.

 

Sie strich sich hastig die Tränen aus den Augen und lief eilig weiter zum Michelsberg, wo bereits die Frau des Sprudelhändlers wartete, wie jeden Dienstagmorgen.

Regen klopfte an der Tür und Margrite hoffte, sie hoffte, sie war so bang….”lass ihn nicht gehen ohne diesen Gruß..”

Die Michaelskirche schlug zur vollen Stunde.

 

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