23. November 2009
Briefe
Lieber Phillippe!
Ich glaube mein Geliebter, daß der Absturz nach derartiger Innigkeit im Spiel,das ja Stunden dauert , der Grund ist für meinen inneren zerrissenen Wahnsinn.. Von der Sandstraße bis zur Liebe, einfach monströs und doch so winzig klein. Ich ,jubilierend in deinen Armen und dann heimfahrend in die Kälte und diese grausame tödliche Krankheit, die ich nicht haben will und meine Unperfektheit und dann der Alte, der böse Vater, der mich erniedrigt, aber der dennoch von mir benutzt wurde, der Idiot. Ja, der Absturz. Die mathematische Differenz zwischen der Erkenntnis ,den Traummann gefunden zu haben, der meine Wünsche nicht mehr erahnen muß, weil er es ebenso ist und weil er mein Spiel mit mir spielt. Du wirst der letzte Mann sein, den ich liebe, alles danach kann nur Nichts sein.
Ich glaube die Relativität und die Realität bringen mich um. Du bist mein. Ich bemerke ,ich melde Besitzansprüche an. Wie grotesk. Wie grotesk.
Ich liebe dich so wahnsinnig und weiß manchmal nicht ,ob die Langeweile besser gewesen wäre als dieser Irrsinn.
Du musst auf niemanden eifersüchtig sein, weil ich mich noch nie jemandem so hingegeben habe wie dir. Ohne Worte ohne Scham
Gleich beim ersten Mal. Es gibt niemanden . Es kann keinen geben.Ich brauche nur dich. Allein schon das Adverb ist grotesk.
Lieber tot, als dich in den Armen einer andern. Die Gedichte die ich begonnen habe zu schreiben für dich und die Rosen im Beet werden den andern später zeigen wie eine Liebe in Bamberg verschmolz zwischen Rosengarten und Hain.Nicht mehr denken müssen , nicht mehr die Stunden zählen ,ohne Verdruß dich gehen lassen, das kann nie geschehn, es ist ein Feuer das mich verbrennt, Phillippe.
Phillippe
Ich schick dir
ein Blatt
vom Wolf im Herzen,
das Lied
von den Schafen
und meine
blutrote Liebe.
Löffelweise
stille ich
deine Gier
Du bedankst dich
für das Blatt,
zertrittst das Rosenbeet
am Dom,
scheuchst
die kichernden Tauben,
schreibst kleine Botschaften
in mein Haar
singst das Lied
und gehst.
Ich träume von deiner Hand an meinem Mund.
Margrite
Ma Margrite, ma cherie
Jaja nein nein -es ist alles so wie du schreibst und die Hauptsache: es ist. Sucht und Überlegung, Außersichsein und innerlich bleiben danach, sachlich tun, nennst du es manchmal. Oder nicht?
Ja liebes, Liebes Dir zu sagen ist schön. Die Vereinigung, die Vermischung, die eine Säule bestehend aus zwei bebenden Leibern, Gier sagst Du zündet sie an,ich denke, es ist doch die Liebe, die hinauswill aus dem All.
Du glänzt vor Schönheit weißt du, es ist am besten für mich dich so zu sehen wie du nur ausnahmesweise bist, mir.. du brauchst mich, ich bin deine Rettung dein Abgott von dem du dich Tags darauf wieder emanzipieren willst und schnurrst doch..wieder lachst kicherst und schreist in dein vergangenes Leben zurück.. ich bin frei ich tu was ich will und übertrete deine Angst vergesse sie nimm dich mit in meinen silbernen Größenwahn, wo du im Tal dich weitest auflöst in Nässe und all diese Gegensätze kümmern uns nicht, lassen uns heiß dampfend und erschöpft nicht denken.. das nicht denken mit dir nach den Wortgefechten und den Fingerskizzen an deinem Mund ist ebenso schön wie das andere.. schwer zu verwinden nur die Fremdheit des Alltags, die am Reden des anderen klebt am nächsten Tag, wenn du alles bezweifelst dich selbst bezweifelst deine Lebenslust mit Schmerzen überhäufst und ich dich wieder erwecke mit Scherzen ,brauch nichts zu bereuen nichts .
Ich liege im Hotel in Marseille und warte auf meinen Verleger. Ich übersetze , meine Geliebte, ich übersetze unsern Roman in die französische Sprache. Und ich denke ich muß einiges weglassen von unserm Briefwechsel. Es ist zu intim, zu nah, zu genau. Ich will es ungenauer schreiben , da ich nicht ertrage dass dich jemand so erkennt, wie ich es kann und konnte.
Ich weiß du traust mir nicht, du denkst an die andere Frau mit der du mich gesehen hast. Es ist nichts. Es ist einfach da , aber dennoch nichts. Kein Feuer, keine Flamme , keine Explosion im Gehirn. Du hast mich gefangen mit deinem Netz aus Wahnsinn und einem Irrsinn der den meinen noch übertrifft. Nimm meinen Kopf in deine kleinen Hände wie du es immer tust, wenn ich komme in der nächsten Woche.
Aber bitte, vergiß mich nicht . Ich werde wahnsinnig nervös bei der Vorstellung ,daß ein andrer dich begehren könnte und dich
lieben und zähmen dürfte ,wie ich es tu.
Ich zertrample sie nicht -die Rosen.
Ich schenke sie dir alle und ich schmücke dich, du mein kleines niedliches Fohlen, galoppierst du mir jeden Tag davon und meine Glieder sind müde manchmal vom Einfangen,so müde…
Schlaf schön Liebes …bon soir Phillippe
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