angelikademel

15. November 2009

Margrite

Abgelegt unter: Eine Liebe in Bamberg, Margrite und Phillippe — angelikademel @ 15:46

Am nächsten Morgen

 

 

 

„Ich liebe dich sehr, ich bin immer bei dir, ich hab dich gefunden wie eine Höhle meiner Kindheit“ dachte Margrite nach der letzten Nacht, die viel zu kurz war, so ach zu kurz. Sternen hatte es gehagelt auf dem Podest ihrer Liebe und dazu Marienkäfer als Zeichen des Glücks. Schauer überkam sie, sie fror ganz leicht nur und sie merkte diese Sehnsucht, wie ihr Körper sich wand nach diesem Mann, dieser lebendig gewordenen Vision von Traum und Wirklichkeit. Kryptisch, schwer zu verstehen für sie aber

„zwischen uns paßt kein Blatt Papier. Alles was war ist vorbei. Als wäre es nie gewesen.Ich bin bei dir und ich spüre dein Gesicht in deiner Hand und mir wird heiß schaurig wenn ich daran denke….wann seh ich dich, wie kann ich die Zeit halten, anhalten“.

 

Sie sinnierte gedankenversunken neben Iphigenie. Iphigenie war müde heute, aber sie hatte Thunfisch mit Rind gefressen, das mochte sie früher nie. Ja du, meine Kleine, dachte Margrite, du hast mich genarrt all die Wochen, als du mein Futter verschmähtest. Als ich dich hungern ließ, als du hungrig wurdest nach mir und nach meinen Gaben, seither begehrst du mich und das was ich für dich bereithalte. Zärtlich streichelte sie Iphigenie. Sie öffnete die Augen , schmal der Blick aber neugierig fragend. Jaja, mir geht es gut Iphigenie, ich liebe, ich bin verliebt, ich bin vielleicht ein Narr und aus der Spur ,aber es ist gleichgültig. Es ist ein Lodern in mir,

eine Fackel kleine Zündhölzer unter dem Kleid, die ich trage zu dir, zu Phillippe.Kaufe dem kleinen Mädchen die Zündhölzer ab, damit es nicht friert in diesem Winter im Neuschnee der kalten Stadt, wo keiner sie schützt und beherbergt mit seiner Wärme unter dem Mantel. Oh Phillippe, wo bist du und wo bin ich mit dir? Zwei Züge nebeneinander in der gleichen Spur. Wir rasen dem Sonnenaufgang entgegen, erschießen den Mond und küssen die Sterne.

 

Der Schlüssel zu uns ist die Zärtlichkeit, weder der Intellekt noch der Körper allein, nein die Zärtlichkeit ,du bist die Wonne meiner Gefühle. Wenn wir so aneinander kuscheln, du mich in den Armen wiegst und hältst, du deine schönste Stimme annimmst, dann bin ich selig, ganz ruhig ich höre das Schweigen der Organe, den Schlaf der Vernunft, ich träume bin in Trance wie du.. dafür lieb ich dich sehr .Ich Keusche , du Lüstling  aber dennoch zarter.. denn je.. was sagtest du

„das Geheimnis liegt in deinem weichen Sinn, dein Übersinn im Gesicht ich sah ihn erkannte ihn und liebte ihn sofort..“

 

Iphigenie schnurrte und schaute Margrite fragend an…was ist mit dir, was hat er dir je getan, dass du so von Sinnen bist, ja so fern bist von dieser Welt? Du hast doch George, der dir die Hand hält in bitteren Zeiten der den Main entlang läuft dich zu bergen von den Schiffen den großen, von denen du stürztest. Er hat dir ein Feuer gemacht hier in der Stube , einen Regenbogen geschenkt einst in diesem Sommer, der so heiß war dass die Mädchen nur Kleider trugen und die Männer nach Luft schnappten.

Margrite spürte dass Iphigenie ungeduldig fragte, aber sie war es leid , immer dankbar sein zu müssen für Vergängliches und finster Vergangenes.

 

Sie dachte an Phillippe und an seine letzten Sätze gestern abend, als sie sich viel zu früh viel zu schnell zu abrupt, wie ein verbrecherpärchen heimlich trennen mussten unten in der Tiefgarage, wo sie nur vermeintlich meinen konnten ,nicht gesehen zu werden. Die Bamberger waren alle neugierig, sie spähten nach Margrites langem Zopf, den sie meistens trug sie hielten Ausschau nach diesem Dichter, der ein Übersetzer sein sollte und der sich immer in der Gegenwart schöner Frauen aushielt . Boahh ,dachte Margrite, ich kann mir schon denken ,was das Frankenvolk in den Köpfen ausbrütet, wenn sie uns zusammen sehen.

 

„Dein  letzter Satz heute sehr schön, ich werd ihn mir merken“ hatte Phillippe ihr zugeworfen, wie einen Ball aus dem neuschnee durch den er fuhr..“ überhaupt hast du heute mit mir gespielt, aber immerhin hast du plötzlich deinen subjektiven Standpunkt sehr klar gemacht, es geht dir um dich selbst in der Liebe, deine Ängste sind die vor dir selbst und ob du geliebt wirst, geht dich weniger an als die Frage, ob du selbst liebst, lieben kannst.. wenn nicht mehr, wenn das Sehnen weggeht, auch die Gier stirbt, sagtest du, ist alles vorbei.“ seine Stimme war traurig geworden bei den letzten Worten, aber Phillippe fing sich rasch wieder und fuhr fort  „Ich fragte mich, ob du das alles wirklich so genau weißt.. aber ich denk jetzt nicht darüber nach, ich glaube an dich, ich weiß nicht warum.. ich  erahne in dir etwas wirklich ganz Außergewöhnliches, noch gar nicht Sichtbares, Zukünftiges.. deshalb war ich so bedrückt als du so resignativ geredet hast .. dass du das Lebens schon ganz gern lebst, aber es schon abgeschrieben hast ..eine bodenlose Enttäuschung breitete plötzlich ihren Teppich aus, auf dem wir beide dann vielleicht ein letztes Indianerfeuerchen.. du sprachst oft von the last exit beinah wie Hubert Selby aus der Bronx, auch du kommst aus der Bronx Deutschlands, den kalten Zonen Westdeutschlands“…..“Stimmt  schon, Phillippe…wie gut du betrachten kannst“ murmelte Margrite unmerklich.

 

Iphigenie schaute sie an, als würde sie alles verstehen. Nichts weißt du , nichts mein Kind….dachte Margrite und strich Iphigenie über ihr forsches Köpfchen.“Du Süße, du Süße du….“

 

 

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