angelikademel

12. November 2009

Für Phillippe

Abgelegt unter: Eine Liebe in Bamberg, Margrite und Phillippe — angelikademel @ 10:40

Brief an Phillippe

 

 

Du Lieber!

Mein Liebster ,mich entjungferter Held, ohne Held zu sein , sein zu dürfen, zu wollen, zu müssen,

ach wie nützlich sind Hilfverben doch beim Dichten.

Du hast viel gedacht, liegst richtig ,dennoch falsch.

 

Manchmal denkt das Kind es wird therapiert, manchmal denkt das Kind es bekommt Schneebälle zurück, und es nimmt sie auf und wirft sie

dem andern ins Gesicht und lacht dabei.

 

Nein, kein falsches Lachen, oder doch? Hätte sie nicht werfen dürfen..oh ja sie muß immer fröhlich sein, sie vergaß, sie vergaß.Sie nimmt dann ihre Zündhölzer und geht dahin, Phillippe. Sie geht dahin, du brauchst nicht schauen kommen.

 

Heute Morgen hört sie Musik und die Morgen sind immer wie kleine neue Leben, so wie damals in der Grotte als Kind, wo man sich sicher wähnte bei Maria. Da kamen auch Lebenszeichen von der schönen edlen Braut zu den Kindern im weißen Kleidchen.

Die Hand zitterte meistens ,wenn das Kind die Kerze hielt. Der Vater war am Tag der Kommunion über die edle Kerze gefallen , die Kindin starb vor Angst, denn sie war zweimal gebrochen und sie zitterte, ich noch mehr , wenn sie in die Messe gingen. Maria tröstete  sie  und das Kind hatte weniger Angst vor der Schmach ihres zerbrochenen Herzens zwischen all den Bräuten, die andächtig zu Maria blickten.

 

Phillippe , mein Geliebter, es ist so, ich kann mich ver-leiben , ver-lieben, ent-lieben und ent-leiben. Der Quantensprung der Gefühle ist dabei das Schmerzliche..

Ich lasse es auf mich zukommen, werde die nächsten Tage darüber nachdenken und Sprünge geschehen lassen. Ich habe es nicht im Griff.Du hast mich nicht. Der Griff nach mir ist Traum Phillippe, ein junger Traum, kaum geschlüpft.

 

Auf der Bühne fühle ich mich sicher und es ist durchaus ein Teil von mir, auch wenn ich meine Seele verkaufe. Mitspielen will ich schon lange nicht mehr ,ich werfe einfach alle Einladungen zum Kindergeburtstag weg. Am Sonntag bin ich von einem Tänzer eingeladen , ich soll zum Tanzen kommen…ich schmücke das Tanzparkett immer so trefflich…jajaja Phillippe. Wieso tanzt du nicht mit mir?

 

Dennoch bin ich gestern nicht ins Kino. Ich hatte es mir mit dir ausgedacht. Wäre ich mit einem andern Spielgefährten gegangen, hätte ich den Film entweiht und auch meine Liebe, die keine ist ,oder doch, ja doch. Nein ,nein ruft der Schmerz…du darfst nicht lieben, du darfst nicht…du darfst nur retten und beschützen…lieben ,nein….wie profan..wie lächerlich, wie abgenutzt, wie schmutzig ….und doch diamanten bei besondrem Licht.

 

Ich werde mich fallen lassen in mein Leben, so wie ich es immer getan habe und ich werde nicht mehr über Zeitfenster nachdenken, ich denke, dann erledigt sich alles von selbst. Wie auch immer..Die Toten geben mir keinen Trost, wenngleich der Tod mir keine Angst macht, nur der Weg dorthin.

 

Überflüssig fühle ich mich nicht, ich muß doch immer alle retten, ich muß doch alle vom Selbstmord abhalten, ich muß ich muß…ach ja……sagt das Kind und sinkt dahin.Du kannst es fangen.Jetzt oder im Morgen danach.

 

Alles Liebe

Margrite

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