30. Oktober 2009
Phillippe
Bei Phillippe zuhaus
Phillippe hatte rastlos geschlafen, stand früh auf und fiel über dieses Kabel in der Stube, das sinnlos verstreut rumlag wie so vieles in seinem gejagten Leben. Er dachte an Margrite und dass er mit ihr in einem weiteren Leben gerne Blumen gießen würde in ihrem Paradies. Aber er verwarf dann den Gedanken, zu kitschig, zu kleingeistig zu wenig
Prophetisch erschien es ihm.
Die Sonnen des Morgens ließen heute besonders lang auf sich warten während er auf seine Hände starrte und an die ihren dachte. So klein, so weich, so zart. Sternensammlerin war sie, Wolkenreiterin , ganz flink und ganz still bisweilen. Er wollte sie haschen, sie erschien nicht vor seinem halbmüden Blick. „Wo bist du?“ seufzte er traurig. Der Stuhl auf dem er saß, bebte, die Uhr verneigte sich vor der Zeit und er gedachte seines Lebens und dem Gebirg ,das er erklomm.
„Sie ist wie Edelweiß, wenn du sie pflückst, stürzt du ab“ dröhnte das rechte Ohr. „ Sie ist wie Sahne auf Himbeertorte“ flüsterte das andre. „jaja Sahne mag ich“ dachte Phillippe und er wurde rasch hellwach und
freute sich, die Geliebte wiederzusehn. Er wollte nicht stürzen. Er wollte beides. Das edle Weiß pflücken und noch dazu Sahne mit Himbeerschaum. Im Steingarten draußen sah er sie. Sie trug ein weißes Kleid und winkte ihm zu. „Oh Margrite, warte auf mich,es ist nicht zu spät.“ …………………….“Es ist immer zu früh“, schallte es ihm entgegen. Er grübelte, schaute sich um. Verschwunden das Kleid, nur das Echo lag zerschossen im Garten und die Raben pickten
den Ton.
„Wegdrehen muß ich mich, will keine Raben auf dem Kleidchen haben“…rief er zornig.
Ihre Hand wollte er halten, ihren Hals bestücken mit Schaumküssen und er sehnte sich nach ihrer Stimme, die so kindlich klang, wenn sie bei ihm lag. Die Gedanken führten ihn immer wieder zu den Bänken im Wolkenbeet, wo sie auf ihn wartete und die Arme ausstreckte und lachte…ach sie lachte…..sie konnte so fröhlich sein.
In der Küche stand süßer Tee.Er trank ihn mit Honig.
29. Oktober 2009
Margrite
Bei Margrite am Abend
Müde war sie an diesem Abend und sie suchte den Lichtschalter, fand ihn nicht.
Iphigenie maunzte vom ersten Stock“Hunger hab`ich , wo warst du du treulose Herrin?“.
„Ach Iphigenie“, dachte Margrite, „arbeiten war ich auf der Seelenstation meiner Seelenklinik und habe Hände gehalten im Dschungel der Nettigkeiten und erotischer Geschichten. Getröstet die Kranken und geheilt niemanden, aber immerhin einige über den Tag gerettet .“
„Wo ist Phillippe?“ raunzte Iphigenie „hat er dich verlassen ,dein Atoll, dein Meer, dein Gebirg?“.
„Sei still“ rief Margrite nach oben. „ich bring dir dein Futter, dann bist du still. Du bist doch still , oder nicht, meine Kleine?“ während Margrite das so sagte warf sie Iphigenie in die Luft so dass sie schwieg.
„Jetzt bist du still…ach komm mit“.
Und sie bereitete sich und der Kätzin ein Mahl, hatte aber wenig Appetit. Er war ihr im Laufe des Tages abhanden gekommen. Phillippe war verschwunden, abgesaust in die Erdspalten des Kometen,der gestern über sie geflogen war. Sie war ertrunken in ihrer Gier und es trieb sie den ganzen Tag über die Erdplatten ohne Sinn.
„Laß uns essen, Iphigenie und schweigen. Es gibt nichts zu sagen über den Tag, außer daß ich seine Stimme hörte und der Vulkan des gestrigen Tages beginnt, Besitz von mir zu ergreifen.“…“Hmmm“ meinte Iphigenie, „du magst es nicht, das Obsessive, nicht? Du magst den Wind und den Tau ,den Reif und den Mond. Sie sind harmlos, sie machen keine Angst. Phillippe macht dir Angst?“. Während sie so sprach, stolzierte sie am Spiegel vorbei und poste sich schön. Der Spiegel leuchtete hell wie Iphigenies silbernes Fell.
„Wie schön du bist“ seufzte Margrite, „soll ich dich kraulen, magst du dich laben an meinem Hals, mich lecken und das Salz auf der zimtenen Haut schmecken?“
Iphigenie sprang auf Margrites warmen Schoß und kuschelte zögerlich .“Es riecht wie Weihnachten, es riecht wie Heimat an diesem Ort. Hier will ich bleiben “und sie kauerte sich in Margrites Schoß und leckte ihr die Händchen.
Margrite weinte still ,streichelte die Kätzin und lehnte sich im Sessel zurück.
Es war kalt geworden in dieser Vorweihnachtszeit. In den Fenstern der andern leuchtete schon das verdächtige Licht der Zweisamkeit, das sie an die Mutter erinnerte. An ihre Lebkuchen und an ihr duftendes Buttergebäck.
„Oh Phillippe, was wird aus dem Kuß den wir uns teilten? Wird er erfrieren in den geschäftigen Einkäufen
zu Nikolaus?Oder gebe ich dir mehr Zeit, einfach Zeit, die nicht messbar ist, eine Hybris aus Zeit und Endzeitlosigkeit und der Teufelin einen roten Mund mit Aprikosenhaut? Ich weiß es nicht. Ich kann gerade nicht stehn auch nichtgehen.Ich erfinde mir einen Klick und beende den Tag und die Nacht ohne Lachen ,ohne Murren, ohneWort mit einem Lied und ich sings.“Iphigenie war schon eingeschlafen.
Margrite machte das Licht aus und eine lüsterne Dunkelheit überfiel die Teufelin allsgleich.
Margrite
Am Morgen
Und da war er der neue Tag. So grau, so elend, so spießig, so hell, so grell und dunkel. Kein Funken in ihr als sie in den Spiegel sah. „So blond dein Haar, so trüb dein Blick, so verwegen dein Mund“…murmelte Margrite im Bad, als Iphigenie sie liebkoste und schnurrte. „Ja du, mein Liebstes, ja du, nur du bist immer da.“ Da.Nein. Hier.Nein. Jetzt.
Iphigenie lachte und sprang aufs Fensterbrett. “Vögel jagen, Vögel fangen, erlegen und töten will ich” maunzte sie und jubilierte so wie Margrite am gestrigen Abend. “Eine Tänzerin bist du kleine Iphigenie “und Margrite wusch sorgsam ihren Leib und Iphigenie betrachtete sie verträumt während sie den Vögeln zurief, die an die Scheibe klatschten.
Das Wasser perlte über die Oberschenkel und sie fuhr wie gestern durch den Himalaja mit ihrer Gier und sie betrübte das Meer und die Sonne, denn sie hatte sie weggeschickt an jenem Abend. Der Kredit den sie anbot ,forderten sie ein an diesem wollüstigen, geliehenen Tag. „Nicht heute, macht es ein andermal,“ rief sie der Sonne , die im Herzen brannte, zu. „Will nicht brennen, will frieren nach der Lust, will zittern nach dem Eis, das mich kühlt auf der Stirn , das mich zu bändigen versteht.“ Sie wusch sich das Haar und das Band an ihrem Halse funkelte rot . Phillippe hatte es angelegt , eingestanzt dem Schwan der davonzuschwimmen drohte nach zwei ruhelosen Nächten. „Warum so rot das Band“ dachte Margrite ,als sie sich betrachtete. Will es blau, nicht grau ,nein blau und sanft und still. Doch es war kühl und zärtlich und erinnerte an Phillipe.
Nie mehr, nie mehr würden sie ich sehen schmerzte sie im Naß des Bade. Nie mehr, niemehr würde er sie verstehn, tropfte der Wasserhahn. Doch doch, eine Stimme, hab keine Angst Liebes, du Liebes Du. „Bin ich Liebes,bin ichs
denn , bin ichs? Oder ist es die Vision meiner Stimme ,meiner Strümpfe, meines Hemdes, meiner Wortgirlanden am Grund der Muschel, die so saftig trieft?“
„Du bist es, du bist es“ hallt es von den Wänden, den elendigen harten ,gemeinen Seilschaften des Hauses, die die Natur vertreiben und die Feuchte des Morgentaus verschlingen und aussaufen mit grenzenloser Gier.
„Ja ich bin, ja ich bin, sei still!“ rief sie dem Echo….“Sei still… möchte doch nur mein Rot verschenken und nicht euer Floß belenken durch den Dschungel der Bedürftigkeiten. Oh Philippe, wann seh ich dich wieder, am Ufer des Rheins, am
Gipfel des Mains, auf den sieben Hügeln unsrer Stadt. Ach wann, ach wann?“…“ Nie wieder, nie wieder ruft das Echo der Wand.“
Und Margrite weinte.
Margrite und Phillippe
Eine Liebe in Bamberg/Roman
Der Kuß
Und da war es wieder da, das Gefühl das Margrite so verstörte. Der Kuß mit Phillippe, seine Hand im Schritt und dieser Fall nach dem Kuß - der weiche Boden ,auf den sie fiel. Seine Hand berührte die ihre, sein Mund ihre Wangen so zart und sie war gefangen im Meer der Delphine und Wale und schwamm mit. Margrite wurde naß und weinte ein wenig um den Abschied, aber noch war er nicht gekommen,er schien der Teil des Stückes das sie inszenierte. Nein, Abschied gehört nicht zu ihrem Lebensmodell. Abschied nehmen nur die andern. Sie wollte die Begrüßung ,den Händedruck und das Bleiben. Das Indianerbündnis im Apfelbaum und danach die ewige Liebe. „Oh nein Margrite“ meine Phillipe ,“das ewige Indianerbündnis ist Illusion.Das Leben deine verehrten Schmeißfliegen., sie lieben sich um danach zu sterben in ihrem armsäligen Leben. …“.“Bin doch auch durch den Raum geflogen und gegen die Scheibe geknallt“ weint Margrit, die Scheibe polterte mir entgegen und rief mir zu „du Tölpel“. Ja ein Tölpel will ich sein und Scheiben zerschmeißen mit meiner gewaltigen Liebe nach dem Leben treten.“ . „Tret nicht nach dem Leben. Es tritt zurück. Nimm mich lieber in den Arm“. „Wozu“, fragte Margrite und ihr Augen wurden groß und ihre Busen wuchs unter der Sehnsucht die sie verbrannte. „Wir können uns nicht wiedersehn.Wir können uns sehen, aber nicht wiedersehn. Nimm meine Hand und halt mich.“.
Phillippe schwieg und er nahm die Hände und streichelte ihr Gesicht mit Honig. Sie schluckte, da sie es so liebte.
„Nie soll uns was trennen…“flüsterte Phillippe…“Ja und wenn doch, wer soll uns finden und unsere Leiber wieder aneinanderketten?“ schluchzte Margrite. „Wir werden aufeinander aufpassen“, flüsterte Phillippe. Ich laß dich nicht los, auch wenn du gehst“. „Wie soll ich mit den Delphinen schwimmen, wenn die Delphine mich auf die falsche Fährte bringen?“
„Es wird gelingen“tröstete Philippe. Ich finde dich überall, auch bei den Sternen, auf dem Mond und am Atoll, wenn es dich dorthin verschlägt.“
„Wann sehn wir uns wieder, „weinte Margrite. „wann du willst, du Schöne, du Liebe, wann immer du magst“.
schluchzte Phillip. Er ließ sie nicht los, er kämpfte mit seiner Wut, Margrite nicht besitzen zu können, seine Rose, die er entblätterte und seinen Zauberstern der sich immer bemühte ,zu leuchten. „ Bleib bei mir, bleib bei mir“.
Margrite ging, sie fuhr ganz schnell, wollte sich nicht umdrehn. Danach ward sie gefangen im Nebelkleid und
der Geruch ging ihr nicht aus der Nase. Sie war gefangen im Karussel, das sich drehte und sie wollte zurück. Sie wollte zurück. Allein sie fand den Weg nicht mehr. Der Nebel wärmte sie und strickte ihr ein Kleid.
28. Oktober 2009
Liebe …so what
es deprimierte mich, dass es nicht klappte.ich preßte wie verrückt, doch keine einzige träne entsprang meiner tränendrüse.
ich dachte an omas tod,an selbstmordattentäter, an kinderschänder an terroristen, an blaublütige hengste, an hunde,
an den iran, an bush, an aussterbende wale, an toto- der gestorben ist, an die streitereien der islamis untereinander und an die israelis die ich kenne und die mit mir nur
englisch reden, wenn sie gütig sind, ich dachte an meine nachbarin ,ihren armen mann,der sie finanzieren muß ,ich visualisierte die kahlköpfige bildschöne britney und ich dachte an die klimaverschiebung, darüber dass unser joschka nicht mehr außenminister ist, und dass frau merkel keine kinder kriegen konnte, ich dachte an ursulas einsame kinder die die mami nur per handy sehen, ich dachte an die armen kinder die die jolis und madonnas alle adoptieren, und die sie kaufen mit ihrem geld und an die mütter und deren trauer nach dem verkauf,ich dachte an die oscarverleihung und wie dämlich so ein event ist, ich dachte an die armen raf-terroristen wie schlecht sie nach mehrfachmorden behandelt wurden, an die mütter die ihre toten kinder nach morden und vergewaltigung beweinen und ich dachte an die armen hausfrauen in diesem staat die nun arbeiten müssen, weil unsre ursula kinderkrippen baut.
arbeit im team nicht, ja diese hausfrauen verdienen mein mitgefühl….fast,aber nur fast hätte ich bei diesem thema weinen können…
verdammt nochmal wieso kann ich nicht richtig heulen?
Allen schlauen Schreibern gewidmet
(Ein Gedicht von Roß und Reiter)
1.Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?
Es ist der Vater mit seinem Kind.
Er hat den Knaben wohl in dem Arm,
Er faßt ihn sicher, er hält ihn warm.
2. Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht?
Siehst Vater, du den Erlkönig nicht!
Den Erlenkönig mit Kron’ und Schweif?
Mein Sohn, es ist ein Nebelstreif.
3. Du liebes Kind, komm geh’ mit mir!
Gar schöne Spiele, spiel ich mit dir,
Manch bunte Blumen sind an dem Strand,
Meine Mutter hat manch gülden Gewand.
4. Mein Vater, mein Vater, und hörest du nicht,
Was Erlenkönig mir leise verspricht?
Sei ruhig, bleibe ruhig, mein Kind,
In dürren Blättern säuselt der Wind.
5. Willst feiner Knabe du mit mir geh’n?
Meine Töchter sollen dich warten schön,
Meine Töchter führen den nächtlichen Reihn
Und wiegen und tanzen und singen dich ein.
6. Mein Vater, mein Vater, und siehst du nicht dort
Erlkönigs Töchter am düsteren Ort?
Mein Sohn, mein Sohn, ich seh’es genau:
Es scheinen die alten Weiden so grau.
7. Ich lieb dich, mich reizt deine schöne Gestalt,
Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt!
Mein Vater, mein Vater, jetzt faßt er mich an,
Erlkönig hat mir ein Leids getan.
8. Dem Vater grauset’s, er reitet geschwind,
Er hält in den Armen das ächzende Kind,
Erreicht den Hof mit Mühe und Not,
In seinen Armen das Kind war tot.
Den Klugen
Machen Fremdwörter intelligent?
Konnotieren
Desavouieren
Perseverieren
Implementieren
Gerieren
Protagonisten
Sakrosanct
Kakophonisch
Euphemismus
Häretisch
Agnostizieren
Claqueure
Remittieren
Persiflieren
Rekurrieren
Reüssieren
Kontemplativ
Surrogate
Attitüden
Profan
.
.
.
.
.weitere sind willkommen!
Für Paul Celan

Blumen im Herzen
Für Paul Celan
Du heißt Ich
Ich heiß niemand.
Kein Nam`, kein Wund`,
kein Wort
Du fällst,
ich halt.
Es fällt ein Schuß.
Ich fall`.
Kein Schoß.
Du lebst
und drehst
am Rad.
Kein Nam`,
kein Wund`,
kein Ort.
(AD)
Für B.

Für B.
Alles Liebe
Alles Liebe
aus dem Nebel
meiner Lust.
Alles Liebe
aus dem Regen
meiner Abgründe.
Alles Liebe
aus den Windkammern
der Eiszeit
im Elefantenland:
Wo Tiere
uralt werden
und Menschen
fröhlich
mit dem Strom
schwimmen,
dahingleiten,
auf dem Weg durch das
Tal der Fremden.
Alles Liebe
aus dem Hagel
meines Schmerzes
Alles Liebe
vom Harmoniedenkatoll
meines Gewitters
der letzten Tage.
Ich habe mich
aus den Fluten
gerettet
getrocknet
und lecke meine Wunden.
Alles Liebe.
(AD)
